Unseriöse
Subunternehmer im Sicherheitsgewerbe eine wachsende Gefahr
und warnende Anzeichen?
(12.05.2008)
Es ist wohl an der Zeit, sich mit
einem wachsenden Phänomen des privaten Sicherheitsgewerbes
etwas konsequenter zu befassen - den in der Regel unseriös
und oftmals rechtswidrig arbeitenden Subunternehmern mit
"Scharzarbeitern" als Untersubunternehmer.
Was kennzeichnet diese besondere Spezies und grenzt sie
von seriösen Kleinunternehmen mit Subunternehmerverträgen
ab: 1. arbeiten sie für Vergütungen
zwischen 7 und 9 Euros, davon geht nur ca. die
Hälfte an die "freie" Bewachungskraft;
2. setzen sie zwangsläufig dann "freie"
Bewachungskräfte ohne versteuerte Entlohnung (allgemein
als Schwarzarbeit bezeichnet) ein.; 3. verbietet sich
dadurch die gewerberechtlich vorgeschriebene Meldung zur
Überprüfung der Zuverlässigkeit;
4. verschleiern oftmals "scheinseriöser"
Auftraggeber und unseriöser Subunternehmer dieses
Vorgehen durch Verträge, wobei der
Subunternehmer das Risiko übernimmt, dem Auftraggeber
"Unwissenheit" bescheinigt; 5. bleibt den Kleinunternehmern
und Scheinselbständigen oft nur der Weg über
weitere flankierende kriminelle Handlungen, derzeit
festgestellt Urkundenfälschung (Sachkundeprüfung)
und ab und an auch Nötigung. Das System funktioniert
weitestgehend, solange dem Kunden die damit verbundenen
Risiken und Minderleistungen nicht auffallen, der Niedrigpreis
die Augen verkleistert und die Gewerbeaufsicht nicht zuschlägt.
Deren Aktionen sind aber offensichtlich nicht abschreckend
genug, die Strafen überschau- und teilbar. Der unterbezahlte
und zu rechtswidrigen Handlungen veranlasste Subunternehmer
oder schwarz arbeitende Wachmann ist hierbei immer der
Verlierer, zumindest jetzt bei Aufdeckung und im Krankheitsfall
und später bei der Rentenberechnung. Auch der Kunde
erhält letztlich nur die Leistung, für die bezahlt
wird und die er oft wissend duldet. Nun unterstellt man
derartiges Vorgehen gern den kleineren Mittelständern,
die sich angeblich am Markt nicht anders behaupten können.
Dies wäre aber eine zu enge und in der Verallgemeinerung
auch falsche Betrachtung. Die Masse der klein-
und mittelständigen Unternehmen so ab ca.
20 angestellten Bewachungskräften behauptet
sich am Markt auch ohne derartige Tricks und
nicht selten mit respektablen Vergütungen als Anerkennung
qualifizierter Leistungen. Dagegen wäre manch "Großer"
ohne Nutzung des Prizips "Billigsubi" wahrscheinlich
schon lange nicht mehr so groß und mit seinen Niedrigpreisen
am Markt auch gescheitert. Es fällt doch langsam
auf, dass bei großen Ausschreibungen immer durch
die gleichen Anbieter versucht wird, die Preise selbst
gegen die Vorgaben der Kunden weiter zu drücken und
die Unterrichtung gem. § 34a GewO als ausreichende
Qualifizierung darzustellen. Ebenso sind hier die Versuche
einzuordnen, nach Leistungsvergaben die Kontrollen
der vertragskonformen Leistungsausführung zu verhindern
und das sehr einfallsreich. Es wäre am Ende
erfolgversprechender, wenn die Kräfte für derartige
"Verhinderungsaktionen" mehr in die Entwicklung
der eigenen Leistungsfähigkeit gesteckt werden. 2001/2002
war im Geld- und Werttransport eine ähnliche Situation
festzustellen, der bekannte Dominoeffekt nach Kundenreaktionen
im Handel führte damals zeitweilig zum Erstarken
eines Unternehmens mit krimineller Führung, aber
auch das war nur eine kalkulierbare Zwischenetappe bis
zum Einsetzen der Marktbereinigung. In
der Gegenwart sollte das Sicherheitsgewebe mit diesen
Erfahrungen selbst mehr und wirksamer gegen diese wiederum
überschaubare Negativentwicklung vorgehen. Wie vor
Jahren bei der GuW-Affäre wird im Markt gemurrt und
vermutet, gewerberechtlich relevante Beweise oftmals aber
mehr als Drohpotential zurück gehalten, es geht auch
etwas konsequenter. Wie damals kann man auch heute mit
betriebswirtschaftlichen Basiswissen Angebote
zurück rechnen und sich dann wieder wundern
oder handeln. Neueste Erkenntnisse resultieren aus Insolvenzen
und der dabei einsetzenden Offenheit, so weit sollte es
jedoch nicht kommen. Nicht nur der BDWS wird Hinweise
dankbar entgegen nehmen und es gibt viele Plattformen.
Beim HEROS-Skandal stand im Mittelpunkt der Marktführer,
nicht die "Kleinen", die waren nur Mitläufer
oder Opfer der Niedrigstpreise.
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