ISG-Aktuell
Fortsetzung - Gesamtbeitrag
   
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Das Engagement mit Minimalausbildung und Niedrigentlohnung

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.. 04/2008
   
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Das Engagement mit Minimalausbildung und Niedrigentlohnung (22.04.2008)
Es hat den Anschein, dass sich eine bedenkliche Entwicklung im deutschen privaten Sicherheitsgewerbe fortsetzt, mit der sich eine Schere zwischen Marktbedarf und Marktangeboten gerade im Bereich der qualifizierteren Dienstleistungern weiter öffnet. Sichtbar wird dies vor allem bei Ausschreibungen und der folgenden Leistungsrealisierung, wenn der "Vertrag in der Tasche" ist. Beginnend bei grossen Unternehmen bis zu den kleinen Mittelständlern erfolgt eine Anpassung der Unternehmensstrategie an den Wettbewerb über den Preis und zwar das Niedrigstangebot. Dem gegenüber nimmt aber der Bedarf des Marktes nach qualifizierteren Dienstleistungen objektiv und spürbar zu. Es sollten 20 - 30 % der Ausschreibungen bereits in nächster Zeit mehr als nur Tariflohn=Niedrigentlohnung, IHK-Sachkundeprüfung und hochgedientes Führungspersonal ohne begleitende Qualifizierungen fordern. Qualifiziert betrifft dabei nicht nur die Basisqualifikation, sondern auch die Ansprüche an die Prozessführung, die zu lernende Ablauforganisation, die organisatorsich-rechtlichen und technischen Grundlagen und das Führungspersonal. Hier sind partiell Rückstände festzustellen, eine Anpassung an den "einfachen und überschaubaren" Zustand, den man über den Preis zu beherrschen glaubt. Das gab es vor nicht allzu langer Zeit bereits im Geld- und Werttransport, Ergebnis ist bekannt. Anstatt dankbar die Marktveränderung mitzutragen, gibt es sogar Versuche, den Unternehmen übertarifliche Entlohnung und damit verbundene Forderungen auszureden. Die angekündigten tariflichen Vereinbarungen um einen Mindestlohn sind, losglöst von ihrer Primärfunktion gegen eine Überschwemmung des Marktes mit ausländischen Bewachungspersonal, wenig geeiget, hierbei Veränderungen anzustossen. Vieleicht fehlt nur etwas Mut. Natürlich gibt es glücklicherweise Ausnahmen, mehr als gedacht. Es sind betriebliche Werkschutz- und Sicherheitsabteilungen mit Bewachung und auch private Mittelständler, die fast zu ruhig ihre Leistungsangebote den Markbedürfnissen anpassen, kontinuierlich qualifizieren und dabei sogar verdienen. Stundenentlohnungen von 15 bis 40 Euro wurden von ISG 2007/2008 festgestellt, sicher die Spitze. Marktbedürfnisse werden zuerst von der Sicherheitslage, den potentiellen und konkreten Gefährdungen bestimmt. Nicht immer scheint dies im Mittrelpunkt der Leistungrealisierung zu stehen, entweder aus Kostengründen oder aus Kompetenzdefiziten. Leistungsangebote erfordern eine ordentliche Sicherheitsanalyse mit Gefahrendarstellung und darauf ausgerichtete Sicherungsmaßnahmen. Es ist auch Aufgabe der Sicherheitsunternehmen, diese Wege transparent aufzuzeigen, so man sie selbst erkennt. Als Schwachstelle offenbaren sich immer mehr mittlere Führungskräfte, hochgedient und nicht ausreichend im Prozess bildungseitig mitentwickelt. Die meisten sind an diesem Zustand unschuldig, überfordert mit Monatsstunden weit über 200. Es ist höchste Zeit, dass die vielfältigen Hochschulausbildungen praxiswirksam werden und höchst bedauerlich, dass besonders die Meisterkurse und Umschulungen zur "Fachkraft für Schutz und Sicherheit" mit BWL-Ausbildung zu wenig zur berufsbegleitenden Qualifizierung erfahrener Fachkräfte genutzt werden. Zu empfehlen ist eine konsequentere Orientierung an den vorhandenen positiven Entwicklungen und weniger eine Absicherung des Bestehenden. Letztlich wird dies missbraucht durch Unternehmen, die meinen, Preise immer weiter drücken zu können und damit auch defizitäre Leistungen gegenüber dem Kunden zu rechtfertigen. Manche verstehen das sogar oder werden dorthin gebracht, aber hier geht es um Sicherheit, nicht um Handelsware. Im Geld- und Werttransport war dies eine der Begünstigungen für Kriminalität, wie sieht es damit im Bewachungsgewerbe aus (ohne Türsteher)?
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