ISG-Aktuell
Fortsetzung - Gesamtbeitrag
   
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Privater Wachschutz in Berliner Schulen - die Vorgeschichte

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.. 10/2007
   
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Können Billig-Wachschützer auch Schüler-AG leiten? BDWS empfiehlt Mitgliedern, an Ausschreibung nicht teilzunehmen!
Die Landesgruppe Berlin des BDWS e. V. hat ihren Mitgliedern einstimmig empfohlen, an einer Ausschreibung von Sicherungsdienstleistungen an vorerst neun Berliner Schulen im Stadtteil Neukölln nicht teilzunehmen. Dies dürfte in dieser Form erst- und einmalig sein, denn dies tangiert auch wirtschatliche Interessen und einen ernsten Anlaß. Dabei geht es nicht gegen den beabsichtigten Schutz der Schulen an sich, sondern primär um die mangelnde Qualität und Form der Ausschreibung, insbesondere auch das Fehlen eines schlüssigen Sicherheitskonzeptes. Wie so oft bei öffentlichen Auftraggebern ist einziges Kriterien für eine Vergabe "der niedrigste Preis", obwohl es im europäischen Bestbieterhandbuch für die Vergabe von Sicherungsdienstleistungen mehrere Wertungsbereiche und in ihnen differenzierende Kriterien gibt. Laut einem Schulleiter - vgl. Berliner Zeitung vom 13.09.2007 in "Wachschützer können auch Schüler-AG leiten" - erwartet man multinationale Teams in Zivilkleidung, gemischte Geschlechter und die Bereitschaft und Fähigkeit "...während der Pausen Tischtennis mit den Kindern (zu)spielen oder nachmittags Arbeitsgemeinschaften an(zu)bieten". Das kann man schon nicht mehr als nur naiv bezeichnen. In der Ausschreibung werden derartige Wünsche allerdings so nicht sichtbar und demzufolge ist es für die Billigangebote sicher auch kein Kriterien. Außerdem sollte man sich enscheiden, Schützen oder Freizeitgestaltung mit ausgewählten Gruppen. Offensichtlich gibt es bereits sehr unterschiedliche Vorstellungen über den Inhalt und Umfang der erwarteten Leistung, nur billig muss es sein. Dazu bedarf es vor einer Ausschreibung einer Schwachstellen- und Risikoanalyse. Will man hier mehrere Probleme kostengünstig lösen und gleich noch den Lehrermangel durch die Hintertür minimieren?
Hier die BDWS-Pressemitteilung zur Sache.
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Unternehmensgruppe Dussmann hat den Zuschlag für den privaten Wachschutz in 13 Neuköllner Schulen erhalten und zurück gegeben - BDWS-Nichtteilnahmeempfehlung mit beschlossen und zuerst ignoriert - siehe dazu auch den älteren Beitrag
Es war nur eine scheinbare Einigkeit in der BDWS-Landesgruppe Berlin, als einstimmig die Empfehlung zur Nichtteilnahme an der Ausschreibung eines Wachschutzes für Berliner Schulen beschlossen wurde. Zu dieser Zeit Ende August sollte in der Unternehmensgruppe Dussmann die eigene Teilnahme schon klar gewesen sein, erklärt hat ihr Vertreter dies allerdings während der Beratung nicht. Eine spätere Teilnahmeentscheidung nach diesem Beschluss dürfte man wohl als Affront werten. Was sind also derartige Diskussionen und beschlossene Empfehlungen noch wert, wenn der jederzeit möglichen offenen Bekenntnis und Auseinandersetzung ausgewichen wird? Es wird unter den über 200 Berliner Sicherheitsunternehmen härter werden - jeder zu seinem Vorteil und mit allen Mitteln. Denn es war nach dem Beschluss bekannt, dass ebenfalls für derartige Aufträge qualifizierte Unternehmen aus den unten aufgeführten Gründen sich nicht beteiligen werden, im Vertrauen auf beschlusskonformes Verhalten zumindest der am Beschluss beteiligten Unternehmen. Welche Gründe oder Zwänge mögen diese Entscheidung bedingt haben und welche Wertigkeit hat die BDWS-Mitgliedschaft noch? (siehe dazu auch "Dussmann ante portas" in "Berliner Zeitung" vom 09.10.2007)
Dussmann-Gruppe gibt am 22.10.2007 diesen erteilten Auftrag nach Prüfung der Ausführungsbedingungen zurück!
Es bestätigt sich damit, dass keine akzeptables Konzept vorzuliegen scheint. Ein entspechendes Unterstützungsangebot des BDWS wurde bisher nicht beantwortet. Natürlich sind die Widersprüche nicht zu übersehen, aber späte Einsicht ist auch eine Einsicht und zu respektieren. Natürlich sollte vor einer Angebotsabgabe und Auftragsübernahme ein Sicherungskonzept als Grundlage der Vertragsgestaltung vorliegen und geprüft werden, was hier wohl nicht ausreichend erfolgte. Die mit zur Ablehnung führenden teils irrealen Vorstellungen der Schulrektoren waren publiziert und somit bekannt. Der nunmehr in Aussicht genommene Ersatzdienstleister wird noch geheim gehalten, bei einer öffentlichen Ausschreibung auch etwas Neues.
Unsere Empfehlung: Ausschreibung annulieren, praktikables Konzept sachkundig erarbeiten lassen und neu Ausschreiben. Die Grundidee ist ja nicht schlecht, die Vorstellungen der Schulrektoren allerdings partiell naiv und wirklichkeitsfremd. Eine vorherige Klärung der Inhalte von Sicherheit, Unsicherheit, Gefahren und Risiken wäre nützlich.
Der Empfehlung wurde nicht gefolgt und der Auftrag inzwischen an die Firma Germania Wachschutz GmbH Bielefeld vergeben, die inzwischen intensiv nach geeigneten Personal sucht. Alle sehen der Dienstaufnahme mit Interesse entgegen, was für die einzelne Bewachungskraft an den Schulen nicht unbedingt motivierend sein muss.

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