Geld-
und Werttransport vor neuen Belastungen für Kunden
und Image? (04.05.2007) DBI
verkauft - Prognose von 2006 bewahrheitet sich
(19.07.2007)
Es kriselt wohl weiter im deutschen
Geld- und Werttransport und betroffen
lt. mehreren Wirtschaftszeitschriften ist wiederum einer
der Großen oder besser immer noch? "Akuter
Finanzbedarf" soll die ehemalige G4S Geld-
und Wertdienste GmbH und heutige DBI Wertdienste
GmbH trotz negativen Kaufpreises und diverser
Wohltaten beim Verkauf belasten. Aus der Selbstdarstellung
der DBI Wertdienste GmbH auf ihrer Homepage (04.07.2007)
darf man unter dem Slogan: "Summe aller Werte
= DBI ..." ableiten, das dieses aus der
G4S Geld- und Wertdienste GmbH durch Kauf und
Umfirmierung entstandene Unternehmen sich auf die Traditionen
der (genannten) Group 4 Falck, ADS, Falck securicor und
Geld- und Werttransportgesellschaft Kassel GmbH beruft
und daraus einen hohen Qualitätsanspruch
als zukünftiger "Premiumanbieter"
(Zitat Gesellschafter Dr.-Ing. Berg) ableitet.
Es ist allerdings erinnerlich, dass diese genannten
Unternehmen so erfolgreich doch gar nicht waren, um als
Maßstab zu dienen? Nur Zusammenlegen reicht
offensichtlich nicht aus, das wurde schon öfter versucht,
darunter durch am Weltmarkt wesentlich besser platzierte
Unternehmen.
Den Versuch, mit unternehmerischen Risiko Krisen zu überwinden
und etwas Neues zu schaffen, sollte man zuerst einmal
anerkennen. Allerdings bedarf ein solches Unterfangen
einer soliden wirtschaftlichen Basis und ausreichende
Markt- und und Branchenkompetenz. Wiederum sind
deutsche Handelsunternehmen, die bereits durch den HEROS-Skandal,
die ARNOLD´S-Insolvenz und andere kriminelle GuW-Unternehmen
geschädigt sind, mögliche Betroffene, sollte
die Situation nicht beherrscht werden, entweder durch
neue Mittel oder einen Verkauf an Investoren.
Am Markt dürfte gegenwärtig nur SECURLOG
über seine Eigentümer über die erforderlichen
Mittel verfügen, aber auch dieses Unternehmen befindet
sich eigentlich noch in der Konsolidierung. Weitere Möglichkeiten
sollen geprüft werden, der notwendige Finanzierungsbedarf
sei jedoch für viele Interessenten zu hoch. In der
Regel bezeichnet man diese Stadium als "Wettlauf
gegen die Zeit". Da die BDGW mit
dem Maßstab ihrer neuen Sicherheitsregeln
aber diverse warnende Veröffentlichungen noch nicht
kommentiert hat, besteht sicher noch Hoffnung? Fürsorglich
sei schon einmal an die Prognose aus der ISG-Analyse
vom August 2006 über eine mögliche
"Elefantenhochzeit" - siehe Archiv (88) - erinnert,
der GuW-Markt findet noch keine Ruhe.
Der prognostizierte Verkauf
der angeschlagenen DBI Wertdienste GmbH an SecurLog
ist lt. Pressemitteilung vom 19.07.2007 vollzogen wurden,
SecurLog und DBI fusionieren. Damit entsteht
ein neuer ("alter") Marktführer
mit einer erheblichen Marktmacht in Deutschland.
Die Zeit des ausschließlichen Wettbewerbes über
den Preis sollte sich nach weiteren Marktbereinigungen
dem Ende zuneigen. Es ist nicht vorstellbar, dass die
Investoren bei SecurLog mit den gegenwärtigen Erträgen
in diesem zerrütteten Markt zufrieden sind.
Etwas kritisch ist wohl die (leicht überzogene) Aussage
im Zusammenhang mit der Fusion zu bewerten, dass nunmehr
"zwei starkte Player" einen durchgreifenden
Wandel am Markt einleiten. In den letzten Wochen
entstand eher der Eindruck, dass zumindest ein Unternehmen
- welches die Zusammenfügung aus mehreren anderen
GuW-Unternehmen doch nicht so erfolgreich bewältigt
hatte - erhebliche Probleme hatte und das relativiert
diese sogenannte "Stärke". Größe
hatten bisher in diesem Marktsegment schon andere Unternehmen
- es hat nichts genützt. Den Marktwandel
allerdings kann man sich nur wünschen, aber
in die richtige Richtung. Derartige Ansprüche sind
mehrere in den letzten 15 Jahren bekannt geworden, mit
Käufen, Fusionenen oder Verbünden mit hohen
Ansprüchen ("In 3 Jahren Marktführer
in Europa") hat bisher kein Einziger
seine Ziele erreicht. Ohne einschneidende
personelle und ablauforganisatorische Veränderungen
sowie die Durchsetzung kostendeckender Kalkulationen
am Markt wird es aber nicht´s werden. Die Vielzahl
nicht umgesetzter großmäuliger Ankündigungen
am GuW-Markt in den letzten 8 Jahren hindert allerdings
an einer optimistischeren Betrachtung, der verfestigte
Zweifel kann ungerecht sein, dem neuen Markführer
viel Erfolg.
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