Hohe
Fehlerquote bei Sicherheitskontrollen auf Flughäfen
- Bundespolizei prüfte die privaten Kontrolleure
(05.11.2006)
Pressemeldungen, die sich auf den "Spiegel"
und den SWR berufen, informieren über schwere
Sicherheitsmängel auf dem größten
deutschen Flughafen in Frankfurt am Main. Danach sei es
der Bundespolizei in mehr als einem Drittel der
Fälle gelungen, bei Tests gefährliche
Gegenstände an den Kontrolleuren vorbei zu schmuggeln.
Dazu zählen u. a. Messer und Pistolen.
In Frankfurt kontrollieren private Kontrolleure des Flughafendienstleisters
Fraport, dessen Geschäftsführung inzwischen
eine Stellungnahme abgegeben hat. Darin wurde Aufklärung
und Abstellung der Mängel zugesichert. Diese
Veröffentlichungen sind für die Flugsicherheit
zu diesem Zeitpunkt sicher nicht dienlich, zumal bereits
mit Entlassungen und Nachschulungen reagiert wurde. Bedenklich
ist natürlich, dass es sich um wiederholte Feststellungen
handeln soll und die Kontrollkräfte vor dem
Einsatz eine offizielle Prüfung ablegen
müssen. "Nachschulung"
läßt offen, ob überhaupt vorschriftsgemäß
geschult wurde und wenn ja, am Wert dieser Prüfung
oder der Kompetenz der Prüfer zweifeln.
Private Kontrolleure bei der Personen- und Frachtkontrolle
sind nach den geltenden Rechtsvorschriften, insbesondere
§ 8 Luftsicherheitsgesetz, zu schulen.
Dafür gibt es bestätige Bildungsinhalte,
Programme und Trainingsmaßnahmen mit Prüfungen.
Diese Qualifizierung geht weit über die gewerberechtliche
Unterrrichtung für Bewachungskräfte nach §
34a GewO hinaus. Bleibt zu hoffen, dass diese Auflagen
ohne Abstriche umgesetzt wurden, wobei die Kontrollergebnisse
daran zweifeln lassen. Dabei geht es nicht nur
um die formale Stundenanzahl, sondern vor allem um die
fachliche Qualität, die von den
Dozenten und der genutzten Ausbildungstechnik bestimmt
wird. Die Krise bei den privaten Bildungsträgern
hat auch um die Sicherheitswirtschaft keinen Bogen gemacht.
Diese Kontrolldienstleistungen werden auf den
Flughäfen regelmäßig ausgeschrieben,
es gab und gibt auch aktuell Wechsel der Dienstleister.
Das beeinträchtigt natürlich die Kontinuität,
denn bei den Kontrollen kommt es auch auf Erfahrung an.
Die Wechsel erfolgten zumindest bisher in der Regel aus
wirtschaftlichen Gründen. Nun kommt wohl die Qualität
hinzu.
Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums erklärte
zu diesen Vorfällen, dass Tests durch die
Bundespolizei auch an anderen Flughäfen
durchgeführt werden. Dabei sind auch wesentlich
bessere Ergebnisse erzielt wurden. Das bewiese,
dass private Kontrolleure durchaus diese wichtige
Aufgabe qualifiziert lösen können,
so sie richtig geschult sind und qualifiziert geführt
werden. Spekulationen, dass auch an anderen Flughäfen
ähnliche schlechte Ergebnisse erzielt wurden, konnten
zumindest bisher nicht belegt werden. Hier sollte die
Presse Zurückhaltung üben, auch die Terroristen
lesen Zeitung.
Es drängt sich wiederum die Frage auf, ob es bei
derartig sicherheitssensiblen Themen nicht andere Wege
gibt, Probleme zur Lösung zu bringen, ohne die Sicherheit
noch weiter durch Offenlegung von Schwachstellen
mit Schaden für die Allgemeinheit zu beeinträchtigen?
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