Stadionsicherheit
in der Kritik - Aufgabenfeld Veranstaltungsschutz im Aufwind?
(31.10.2006)
Krawalle mit Gewalttätigkeiten bei
mehreren Fußballspielen der zweiten Bundesliga,
Regional- und Oberliga führten zu massiver
Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen
in den Stadien, besonders den Einlaßkontrollen.
Am 28./29.10.2006 gab es ca. 80 Verletzte
und 40 Festnahmen von Verdächtigen.
Offensichtlich gibt es erhebliche Unterschiede
bei den Sicherheitsstandards der Bundesliga und
der in den anderen Ligen. Für die betroffenen Opfer
ist es aber egal, auf welcher Leistungsebene sie sich
ihre Verletzung zuzogen und auch die öffentliche
Ordnung differenziert nicht nach Bundesliga und sonstigen
Ligen. Jeder Bürger hat zu jeder Zeit Anspruch
auf den Schutz von Leben und Gesundheit, seines Eigentums
oder Besitzes und der Persönlichkeitsrechte.
Differenzierungen zu Lasten von Ordnung und Sicherheit
sind somit rechtlich unzulässig.
So erfolgt aber bei den unteren Ligen keine ausreichende
Kontrolle auf gefährliche Gegenstände.
Mit Stadionverboten wird kaum Einfluß auf die Sicherheit
genommen. Ein solches Verbot hat nur Sinn, wenn es auch
durchgesetzt werden kann. Das erfordert lückenlose,
qualifizierte Kontrollen durch entsprechend ausgebildete
Fachkräfte. Mit freiwilligen Helfern und
Fans läßt sich diese Aufgabe nicht mehr bewältigen.
In Berlin gab es bereits Anfragen nach 1-Euro-Jobs für
derartige Kontrollaufgaben. Das ist aber sicher nicht
die Lösung des Problems.
Die Verantwortung für die Sicherheit in den
Stadien tragen die Vereine und damit auch die
Kosten. Die mangelhafte Umsetzung dieser Verantwortung
wird unter anderem durch die Gewerkschaft der Polizei
festgestellt, sind doch die Polizisten oftmals die ersten
Opfer ungezügelter Gewalt und von Haß.
Das private Sicherheitsgewebe wäre
im Rahmen des Veranstaltungsschutzes sicher in der Lage,
diese Defizite mit zu beseitigen. Voraussetzung ist, dass
die Verantwortlichen, beginnend beim DFB und der Deutschen
Fußball Liga, ihre Ansprüche an die Sicherheit
vor und in den Stadien für alle Veranstaltungen auf
ein relativ einheitliches Niveau anheben und die Finanzierung
für die oft klammen Vereine klären.
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