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ProSieben Galileo 24.08.2006: Das Millionen Cashcenter -
Wo endet Fahrlässigkeit und beginnt Geheimnisoffenbarung?
(25.08.2006)
Zitat von der Galileo-Homepage: "Millionentransporte
– täglich finden sie in Deutschland statt. Galileo
begleitet die speziell ausgebildeten Geldboten und zeigt
welche Sicherheitsauflagen sie täglich erfüllen
müssen. Doch wie werden die Unsummen von Geldscheinen
genau gezählt? Ein Blick hinter die Kulissen der größten
privaten Geldzählanlage Deutschlands G4S in Frankfurt
– Neuisenburg." Der Blick hinter
die Kulissen fällt dann sehr tief und konkret
aus, darunter Transportbehältersicherungen, Zutrittsregelungen,
Sicherungsbestandteile, Personen.
Gezeigt werden so unter anderen Personen mit Namen
(Das vereinfacht Erpressung, Nötigung o.ä.), Summen
(Lohnt sich ein Überfall überhaupt?), konkrete
Koffersicherungen (Wieviel Zeit habe ich denn?),
Zutrittskontrollen (Wo sind personelle
oder technische Möglichkeiten?), Logistik und
Transportsicherungen (Nun kennt Jeder die Absicherung
des Hauptfahrzeuges.), die Ein- und Mehrpersonenregelungen
(Vereinfacht beim Ausspionieren die Planung.) und
die Bewaffnung (Westen mit Klasse 1 reichen
da wohl nicht.).
Die gute Nachricht: Es gab kaum Fehler, danke für
den Lehrfilm, er ist fast unersetzlich sowohl in Richtung
GuW als auch Geheimschutz.
Möglicherweise übertreiben wir unter
dem Eindruck von Terror und wachsender Wirtschaftskriminalität.
Möglicherweise fehlten bei dem betreffenden Sicherheitsunternehmen
auch nur die sachkundigen Entscheider oder mancher möchte
sich auf die falsche Art empfehlen für absehbare Entwicklungen?
Die Offenlegung von Funktionsabläufen und Sicherungsmechanismen
passen sicher auch zu einem Wissenschaftsmagazin und insoweit
trifft die Jounalisten kein Vorwurf, aber passen sie auch
zu einem gefährdeten Sicherheitsunternehmen?
Und wenn man Geld transportiert und zählt, dann ist
man doch gefährdet oder gar bedroht?
Wenn ein Lebensmittelbetrieb eine Wissenschaftssendung unterstützt,
wird der Unternehmer sicher seine perfekte Hygiene und Einhaltung
der Standards darstellen, wohl aber nicht seine Rezepte
dem Wettbewerber und die Wege in sein Lager dem Kriminellen
offenbaren. Die Darstellung von Funktionsabläufen,
Sicherungsmaßnahmen und deren bildhafte Vorstellung
interessiert beim Geld- und Werttransport weniger den Wettbewerber,
als mehr den Kriminellen. Welcher Kunde sieht es gern, wenn
sein Geld und deren Bearbeitung im Fernsehen vorgeführt
wird? Auch der naivste Kunde weis inzwischen, dass
die meisten Verluste aktuell weniger durch Überfälle
als mehr durch Unterschlagungen verusacht werden.
Und dazu wurde nichts gesagt, um Vertrauen wieder aufzubauen.
Die Offenlegung von allgemein genutzten Sicherungsmechanismen
trifft übrigens die ganze Branche. Natürlich schreckt
die umfassende Sicherung manchen ab, Andere fühlen
sich aber vieleicht besonders angesprochen und gereizt und
auf Schwachstellen orientiert. Wem nützt das
also wirklich und ist der Nutzen größer als der
Schaden und was hat der interessierte Laie, der Zuschauer
bei derartigen Sendungen, davon?
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